Eishockey‑WM in Zürich: Zwischen Fan-Euphorie, Hitzewelle und Hochsicherheit

Während Tausende Fans in Zürich die Heim-WM feierten, waren wir im Hintergrund für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf besorgt. Ralph Biedermann gibt Einblicke in die Herausforderungen, die Planung und die Bedeutung von professionellem Crowd Management bei einem internationalen Grossanlass.

14 Tage Ausnahmezustand in Zürich 

Regen zum Auftakt, eine Hitzewelle mitten im Turnier, ausverkaufte Spiele und eine Schweizer Nationalmannschaft, die sich bis ins Finale kämpfte: Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in Zürich bot alles, was ein internationales Grossereignis ausmacht. Für die Fans waren es emotionale Wochen voller Begeisterung und Hoffnungen. Hinter den Kulissen bedeutete das Turnier jedoch vor allem eines: Präzisionsarbeit. 

Mit rund 270 Mitarbeitenden pro Tag waren wir während 14 Tagen in und um die Swiss Life Arena und der Fanzone im Einsatz. Insgesamt wurden 24’534 Einsatzstunden geleistet, um einen sicheren und reibungslosen Ablauf für Tausende Besucher:innen zu gewährleisten. 

Im Zentrum dieser komplexen Aufgabe stand Ralph Biedermann, Bereichsleiter Sicherheit am Standort Zürich. Bei ihm liefen sämtliche sicherheitsrelevanten Informationen und Entscheidungen zusammen. 

Wenn Sicherheit zum Grossprojekt wird 

Während auf dem Eis um Medaillen gekämpft wurde, koordinierte Ralph gemeinsam mit seinem Team sämtliche Sicherheitsmassnahmen rund um den Veranstaltungsbetrieb. 

„Mein Verantwortungsbereich reichte von der strategischen Planung über die operative Umsetzung bis hin zur laufenden Lagebeurteilung während der Veranstaltung“, erklärt er. 

Zu seinen Aufgaben gehörten die Führung des gesamten Sicherheitsbereichs, die Überwachung der inneren und äusseren Perimeter, das Crowd Management, die Koordination der Fanzonen sowie die Betreuung von Teams, Medien und VIP-Bereichen. Unterstützt wurde dies durch moderne technische Systeme wie Videoüberwachung, Zutrittskontrollen und Personenzählsysteme. 

Die grösste Herausforderung: Menschenströme intelligent lenken 

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben war die Besucherlenkung innerhalb der Swiss Life Arena. Die Arena wurde für die Weltmeisterschaft in neun Sicherheitszonen unterteilt. Dabei galt eine zentrale Regel: Die Wege unterschiedlicher Nutzergruppen durften sich nicht kreuzen. 

Spieler, Medienvertreter, VIP-Gäste, Mitarbeitende und Zuschauer mussten jederzeit sicher und getrennt geführt werden. 

„Um dieses Konzept umzusetzen, brauchte es nicht nur viel Sicherheitspersonal, sondern teilweise auch lange und komplexe Laufwege“, erinnert sich Ralph. 

Wetter als zusätzlicher Faktor 

Neben den Besucherströmen spielte auch das Wetter eine wichtige Rolle. Nach einem regnerischen Turnierstart folgten mehrere sehr warme Tage, welche die Fanzone vor zusätzliche Herausforderungen stellten. 

Die Besucherzahlen mussten laufend überwacht und die Kapazitäten aktiv gesteuert werden. Moderne Overhead-Zählsysteme lieferten dabei jederzeit einen Überblick über die aktuelle Auslastung. 

„Wetterereignisse werden bei Grossveranstaltungen oft unterschätzt. Starke Hitze, Gewitter oder Sturm beeinflussen das Verhalten der Besucher unmittelbar und haben grossen Einfluss auf das Crowd Management“, sagt Ralph. 

Die Schweiz spielt sich in einen Rausch 

Mit jedem Sieg der Schweizer Nationalmannschaft wuchs die Begeisterung im ganzen Land. Die Fanzone wurde voller und die Stimmung in und rund um die Arena immer emotionaler. 

Für die Sicherheitsorganisation bedeutete dies eine laufende Anpassung der Einsatzplanung. 

„Je erfolgreicher die Schweiz spielte, desto grösser wurden die Menschenmengen und die Dynamik rund um die Spiele. Solche Entwicklungen müssen permanent beobachtet und bewertet werden.“ 

Dank der engen Zusammenarbeit mit der Swiss Life Arena, Stadtpolizei Zürich, Schutz & Rettung Zürich sowie den Veranstaltern konnten auch die intensivsten Turniertage sicher und professionell bewältigt werden. 

Sicherheit ist Teamarbeit 

Trotz moderner Technik und detaillierter Planung bleibt für Ralph ein Faktor entscheidend: das Team. 

Rund 270 Mitarbeitende pro Tag sorgten während der Weltmeisterschaft täglich dafür, dass Sicherheitskonzepte umgesetzt, Besucherströme gelenkt und Zugänge kontrolliert wurden. 

„Ein Anlass dieser Grössenordnung funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag leisten und sich aufeinander verlassen können. Die Zusammenarbeit innerhalb des Teams war während der gesamten WM hervorragend.“ 

Wo Sicherheit unvergessliche Momente möglich macht 

Auch wenn der grosse Traum vom Weltmeistertitel am Ende knapp unerfüllt blieb und die Schweiz mit Silber ausgezeichnet wurde, wird diese Heim-WM vielen Menschen lange in Erinnerung bleiben. 

Für uns war der Einsatz ein erneuter Beweis dafür, wie entscheidend professionelles Sicherheitsmanagement bei internationalen Grossveranstaltungen ist. Nur wenn Sicherheit, Organisation und Zusammenarbeit im Hintergrund funktionieren, können Emotionen, Begeisterung und sportliche Höchstleistungen im Vordergrund stehen. 

Die Weltmeisterschaft hat zudem einmal mehr gezeigt, dass Crowd Management heute zu den zentralen Disziplinen moderner Veranstaltungsplanung gehört. Besucherströme entstehen nicht spontan im Betrieb, sondern müssen frühzeitig in der Konzeptions- und Planungsphase berücksichtigt und aktiv gesteuert werden. Genau darin liegt ein wesentlicher Erfolgsfaktor für sichere und erfolgreiche Grossveranstaltungen.

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